Karl Hohenadl, im Jahr 1940 in Landsberg am Lech geboren, dort Oberrealschule und Abitur im Jahr 1960. Seit der Schulzeit zeichnet und malt er. Nach Wehrdienst, Studium der Volkswirtschaft in München und Promotion in Regensburg Berufsleben in München und Berlin. Ab dem Jahr 2003 eigene Werkstatt in München Untermenzing und erste Ausstellungen. Schwerpunkte seiner Arbeiten sind Objektkästen, Acrylbilder und Papierarbeiten. Bei allen Gestaltungsversuchen gibt es ein zentrales Anliegen: Die formale Entwicklung und Verdichtung natürlicher Strukturen und menschlicher Erscheinungen.

2013Gefangen - und doch frei. Werkstatt München Untermenzing
2010Kopf an Kopf. Werkstatt München Untermenzing
2009Rhythmen. Und von Höhen und Tiefen. Werkstatt Untermenzing
2009Kunst-Genuss 2009. München Obermenzing
2008Rhythmen. Neues Stadtmuseum Landsberg am Lech
2007Rhythmen unter Rinden. Bayerisches Umweltministerium, München
2005/06Spurensuche am Wasser. Galerie BOA, München Schwabing
2004Kunsstück Würm. München Obermenzing

Karl Hohenadl
Peter-Winter-Straße 13
80997 München
089 1577910
karl@hohenadl.de

Copyright © 2010: Karl Hohenadl, München
Gestaltung Webseite: Mareile Paley
Technische Umsetzung: Simon Hohenadl
Spezieller Dank an Thomas Mayrhofer

Rhythmen: Denken und Fühlen

2009

Auf den ersten Blick bietet die Serie "Rhythmen" gegenstandslose, abstrakte Bilder. Dabei stammen wesentliche Formen ganz realistisch aus der Natur. Sie kommen unter den Rinden einiger Schwemmhölzer zum Vorschein, wenn Wasser, Sand und Wind den Bast von Zweigen und Ästen lösen. Die Natur als Zeichnerin zeigt mit den unter Rinden freigelegten Linien, Flächen, Mäandern und Irrgärten aus Gesichtern und Figuren ihre unendlich große Phantasie.

Diese Muster und Strukturen übertrage ich von runden Ästen auf ebene Flächen -in dieser Serie mit Aquarellfarben auf Papier. Dabei spiele ich mit den "natürlichen" Formen und Farben, verändere und ergänze sie, kombiniere sie mit eigenen Phantasien. In Werken einiger Künstler entdecke ich ähnliche Strukturen und lasse mich von ihnen zu verschiedenen Variationen der "Naturbilder" anregen. In der Serie "Rhythmen" haben mich vor allem die Zeichnungen von Jürgen Partenheimer aus dessen Serien "Sao Paulo" und "Roma" stark beeinflusst.

Karl Hohenadl

Höhen: Steigen und Stürzen

2009

Der Zyklus "Der fliegende Berg" illustriert die Geschichte Christoph Ransmayrs von zwei steigenden und stürzenden Brüdern. Ransmayr erzählt diese Geschichte in so faszinierender Sprache und in so eindrucksvollen "Bildern", dass ich mich im Jahr 2007 an eine Interpretation in meiner eigenen Bildsprache heranwagte. Die 18 Illustrationen entstanden von Mai 2007 bis April 2008. Die doch lange Entstehungszeit brachte stilistische Veränderungen mit sich. Die anfänglich strenge, plakative Form geht in eine lockere, zeichnerische über. Einflüsse besonders aus Jürgen Partenheimers Werk werden stärker sichtbar.

Karl Hohenadl

Tiefen: Fallen und Fliegen

2009

Menschliche Figuren, die keinen Boden unter den Füßen haben, beschäftigen mich seit Jahren: Es sind Strauchelnde, Kippende, Fallende, Stürzende, Sinkende, aber auch Abhebende, Springende, Fliegende, Flatternde, Schwebende, Aufsteigende. Diese Figuren erinnern an haltlose Angst in Träumen, an jähen Schwindel auf Bergen und Türmen, an Schrecken eines fatalen Sturzes. Aber auch an Momente schwerelosen Schwebens im Wasser, an sportliche Sprünge in den Pool, auf dem Trampolin und im Schnee, an luftiges Gleiten unter dem Fallschirm, an prickelnde Fliehkraft in Achterbahn und Karussell.

Die Erlebnisse selbst dauern meist nur Sekunden, aber Ängste und Freuden davor und danach können uns lange begleiten. In meinen Zeichnungen soll der kurze Augenblick der "Bodenlosigkeit" von Menschen festgehalten werden. Die dem freien Fall überlassenen Männer, Frauen und Kinder haben den Halt verloren, spüren die Leere unter sich, erleben angstvolle Abstürze. Oder aber sie wollen die Erdenschwere überwinden, von der Luft und dem Wind getragen werden, sich aus den Fesseln des Alltags befreien und den Wolken nahe sein.

Die Papierarbeiten sind eine Mischung aus Zeichnung, Aquarell, teils auch Collage und literarischen Zitaten. Zeitlich entstanden sind sie von Oktober 2008 bis Februar 2009.

Karl Hohenadl

Kopf an Kopf -
malerisch inszenierte Realität

Juli 2010

Die in den Jahren 2005 bis 2010 entstandenen Papierarbeiten sind weit weg von herkömmlichen Portraits. Sie geben in ihrer Reduzierung auf wenige zentrale Elemente den Blickwinkel des Künstlers auf den Portraitierten wieder. Einige der früheren Bilder sprechen in ihrer Reduktion auf charakteristische Merkmale, ganz ohne Linienstruktur, den Betrachter sehr klar an. Ganz anders wieder, fast pophaft anmutend, die Portraits von Frauen aus den Jahren 2005 - 2008, die mit starkem, sparsamen Strich nur die Konturen herausarbeiten. Ab 2009 arbeitet Karl Hohenadl mit fließenden Linien als zusätzlichem Gestaltungselement, die oft aus den Köpfen herausfließen.

Generell fällt auf, dass fast immer Mund und Augen hervorstechende Merkmale sind. Fast alle Köpfe blicken frontal auf den Betrachter. In seiner Konzentration auf das Wesentliche schafft Karl Hohenadl eine Verdichtung der Typisierung seiner Portraits.

Monica Poalas

Gefangen - und doch frei

September 2013

Die hier gezeigten Holzobjekte aus den Jahren 2007 bis 2013 setzen die Entwicklung von früheren Arbeiten aus Schwemmgut fort. Was Klaus Seibel im Katalog von 2005 ("Spurensuche am Wasser") schreibt, gilt auch für die neueren Objekte: "Hölzer aus dem Strandgut, die Karl Hohenadl in langen Streifzügen am Wasser auswählt, inspirieren ihn zu überraschend neuen Möglichkeiten bildnerischer Gestaltung. Die Funde erfahren durch ihn einen Bedeutungswandel und werden zu Elementen inhaltlich und formal verblüffend neuer Darstellungen."

Unter dem Einfluss von Werken des Italieners Saturno Carnoli und besonders des Spaniers Francisco Farreras werden nun die Farben der Objekte erdiger und dunkler, die Formen klarer und strenger und die Wirkungen ernster, fast bedrohlich. Schnüre, Seile, Metallstücke, ja Knochen ergänzen das Schwemmholz, verstärken das Düstere und schaffen den Eindruck von Enge und Unfreiheit, von Gefahr und Gewalt.

Illustrationen zur Erzählung
"Schöne Tage in Rodalquilar"
- Eine Spanienreise mit Todesfällen -

von Christa Hohenadl

Hintergrund der Erzählung sind mehrere Reisen der Autorin in die Gegend von Rodalquilar, die wenig gemein hat mit dem Andalusien der touristischen Attraktionen von Sevilla und Granada. Hauptfigur ist eine Dozentin eines Münchner Instituts, die sich entschließt, der Einladung ihres spanischen Kollegen zu folgen und einige Ferientage in dem angeblich noch sehr ursprünglichen Rodalquilar zu verbringen. Dort begegnet sie Menschen, die ihr aufregend und interessant, aber auch in vielem recht befremdlich erscheinen: düsteren Fischern, ausgewanderten Deutschen, ausgestiegenen Hippies, undurchsichtigen Zigeunern, illegalen Einwanderern, kalten Geschäftemachern .

Die Erzählung beginnt ganz harmlos mit der Schilderung lokaler und sozialer Gegebenheiten. Die latent vorhandene Spannung verdichtet sich erst allmählich zu einem Gewebe aus Machenschaften, Betrug und Mord, das sich dann langsam entwirrt, wobei auch München und die Arbeitswelt der Protagonistin eine Rolle spielen.

Die Illustrationen zur Erzählung sind im Herbst 2010 mit Pinsel auf Papier entstanden (Format 40 x 30). Sie zeigen die Köpfe der wichtigsten Akteure und einige Landschaften des östlichen Andalusiens. Das Taschenbuch ist im Eigenverlag der Autorin erschienen, in Salzweg bei Passau im Jahr 2011 gedruckt mit einem Umfang von 267 Seiten und 20 Zeichnungen in Schwarz-Weiss.